Literaturtipp der Fouquè-Bibliothek

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Fouqué-BibliothekVon Marion Duhm (Diplom-Bibliothekarin)

Motiv: Angst“ von Antje Szillat / Edition Zweihorn, 2008

„Ich will nicht in diese Schule gehen. Ich will da einfach nicht mehr hin. Da stehen schon diese blöden Typen. Verdammt, jetzt haben sie mich gesehen. Am liebsten würde ich wegrennen. Nur wozu? Die kriegen mich ja doch. Wenn ich doch nur unsichtbar wäre oder tot ...“ Jan hat Angst. Er ist Schüler einer 5. Klasse und muss miterleben, wie sein Mitschüler Victor und dessen Bande einen Klassenkameraden quälen. Von da an wird auch Jan bedroht, geschlagen und erpresst. Aus Angst vor noch weiteren Quälerein schweigt der Junge, obwohl seine Misshandlungen nicht zu übersehen sind. Freunde und Lehrer sehen weg, der Direktor ist um den guten Ruf seiner Schule besorgt. Jans Mutter ist hilflos, kann nur vermuten, dass ihr Sohn in der Schule gemobbt wird. Für Jan scheint die Situation in der Klasse aussichtslos. Dann kommt eine junge Lehrerin an die Schule, die ebenfalls vom ersten Tag an den Attacken der Schülerinnen und Schüler ausgesetzt ist.

Sie wird ignoriert, gehänselt und gedemütigt und auch ihre Angst vor der Schule wächst mit jedem Tag. Aber sie fasst einen Entschluss, sie will nicht länger Opfer sein. Sie stellt sich dem Problem und will ein Anti-Gewalt-Programm an der Schule durchsetzten. Unterstützung erhält sie auch vom Direktor, der endlich eingesehen hat, das etwas geschehen muss. Die Geschichte endet mit ersten Erfolgen. Dieses Buch will Betroffenheit wecken und einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem Thema liefern. Zwischen die einzelnen Kapitel sind Aussagen von (realen) Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer geschoben, die sehr persönlich über ihre Erfahrungen mit Gewalt und Mobbing berichten. Eine Statistik besagt, dass jeder 10. Schüler gemobbt wird. “Mobbing ist als persönliche Anfeindung zu werten, die ihre ganz unverwechselbaren Erscheinungsformen, Ursachen und Folgen hat. Das besondere Gefährdungspotential für Kinder und Jugendliche rührt daher, dass Mobbing nicht erkannt wird, Prozesse über längere Zeiträume andauern und die Betroffenen in ihrer Notsituation keinen Beistand erhalten“.
Das Buch ist für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren geschrieben und kann besonders für die Arbeit im Unterricht für viel Diskussionsstoff sorgen. Ein aussagekräftiges Nachwort sowie Adressen von Caritas-Stellen, die Hilfe anbieten, runden den Band ab.

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