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Literaturempfehlung der Fouqué-Bibliothek
Montag, den 05. Juli 2010 um 07:47 Uhr
Literaturtipp von Cornelia Stabrodt (Direktorin)
Nebenfrau Eine Geschichte in zwölf Bei-Spielen BS-Verlag-Rostock ISBN 978-3-86785-111-4
Es ist das bisher persönlichste Buch der Autorin. Eigenes Erleben, eigene Erfahrungen, die eigene unmittelbare Umgebung zeigen mit „...einem Witz, der gelegentlich nichts an Schärfe zu wünschen übrig lässt,...“ und mit stilistischer Meisterschaft, Situationen, die der Leser so oder ähnlich auch erlebt haben könnte. Die Freundin Bohne aus Kindertagen und ein geistig behinderter junger Mann, Nando, aus der unmittelbaren Gegenwart sind der Rahmen in dem das Leben spielt.
Literaturempfehlung der Fouqué-Bibliothek
Donnerstag, den 20. Mai 2010 um 08:15 Uhr
von Dipl.-Bibliothekarin Ingeborg Arlt
Malerin, Partisanin, Mystikerin
Schon der Zusatz zum Titel macht neugierig. Der Titel selber, „Thea Schreiber-Gammelin“, nennt die 1906 als Pfarrerstochter an der Ostsee geborene und 1988 in Celje (Slowenien) gestorbene Protagonistin. Dass jemand, an den sich in seinem norddeutschen Heimatort heute noch Leute erinnern, davon überzeugt ist, eine englische Prinzessin zu sein, ist schon ungewöhnlich genug. Dass aus einer evangelischen Pfarrerstochter, die als Kunststudentin Schweden bereist, Zugang zu höchsten Kreisen findet – und zu tiefsten Krisen auch –eine Frau wird, die Ereignisse voraussagt; die mit einer anderen zusammenlebt; die als Partisanin gegen die Wehrmacht kämpft, dann – mit fast 60 ! –Theologie studiert, Franziskanerin wird und bis zu ihrem Tod als Heilerin wirkt, an die sich heute noch in Celje Leute dankbar erinnern, ist schier unglaublich!
Literaturempfehlung der Fouqué-Bibliothek
Dienstag, den 27. April 2010 um 08:42 Uhr
Literaturtipp von Karin Warnken (Dipl.-Bibliothekarin)
Franz Hohler: Die Karawane am Boden des Milchkrugs
„Als Herr Direktor J., bevor er von zu Hause wegging, noch rasch in den Spiegel seines Korridors schaure, erschrak er. Sein Anzug war zwar in Ordnung, auch die Krawatte saß, aber dort, wo sonst sein Gesicht war, sah er einen Wasserhahn. Das muß eine Täuschung sein, dachte Herr J. und wollte sich ins rechte Ohr kneifen, aber statt dessen drehte er das heiße Wasser auf, das sich nun in einem vollen Strahl auf sein Hemd ergoß. Mit einem Aufschrei schloß er den Hahn wieder, und in dem Moment sah er, dass er sich wirklich getäuscht hatte – im Spiegel war sein normales Gesicht, und auch als er mit den Händen abtastete, änderte sich nichts mehr, von einem Wasserhahn konnte keine Rede sein. Beruhigt wandte sich Herr Direktor J. der Türe zu, da merkte er, dass er so nicht gehen konnte. Sein Anzug war durch und durch naß, und unter dem Hemd spürte er einen brennenden Schmerz, der langsam stärker wurde.“
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